Seit mittlerweile acht Jahren arbeitet der Kronacher Markus Oesterlein in der Bamberger Anker-Einrichtung. Der Leiter der Einrichtung nahm sich die Zeit, die Hintergründe der Einrichtung zu erklären und die Interessierten aus dem BBB-Kreisausschuss Kronach über das Gelände zu führen.
Auf dem Gelände sind auch Lehrer der Bamberger Heidelsteigschule eingesetzt. Das ist eine Grund- und Mittelschule, wo die Kinder in Deutschklassen unterrichtet werden. „Der visionäre Fokus liegt auf dem Erwerb der deutschen Sprache“, erläuterte Markus Oesterlein. Dies dient der Erfüllung der Schulpflicht.
Unterbringung, Versorgung, Registrierung sowie ausländerrechtliche Zuständigkeit sind Sache der Länder. Er ist quasi ein Einrichtungsmanager, der dafür zuständig ist, dass die Personen registriert und erfasst, medizinisch untersucht und versorgt werden. Mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ist auch der Bund vertreten. Dieses nimmt den Asylantrag entgegen und entscheidet ihn auch. Das Gesundheitsamt ist zuständig für die erste ärztliche Untersuchung. Eng wird mit der Polizei zusammengearbeitet und mit anderen Playern wie mit Caritas und AWO, auch mit der Schule. Dazu gibt es eine starke ehrenamtliche Zusammenarbeit, dazu noch Unternehmen, Catering und einen Sicherheitsdienst. Rund 400 Beschäftigte stehen hier in einer mittelbaren Arbeit.
3.400 Plätze gibt es in der Einrichtung. Letzten Herbst wurde mit 2.800 Bewohnern der Höchststand erreicht. Derzeit befinden sich hier 1.450 Bewohner. Es ist die größte Asylbewerberunterkunft Bayerns. „Man weiß nie, was am nächsten Tag passiert.“ Damit kann Markus Oesterlein aber bestens umgehen, denn dadurch hat er auch viel Freiheit bei seinen Entscheidungen. „Der Anker ist dazu da, möglichst schnell eine Einstufung vorzunehmen: wer ist Flüchtling, wer nicht.“ Flüchtlinge werden verteilt. Der Freistaat erstatte Kosten hundertprozentig, was nicht überall so ist. Er führte die Kronacher Beamtenbundvertreter durch die wesentlichen Einrichtungen der Anker-Einrichtung, die so einen interessanten Eindruck und viel mehr Verständnis für die Arbeit in dieser Einrichtung bekamen.
„Es ist beeindruckend, wie eng Behörden verschiedener Ebenen – Stadt, Landkreis, Bezirk, Land und Bund – bei kurzen Wegen vertrauensvoll zusammenarbeiten“, meinte Kronachs BBB-Kreisvorsitzender Franz-Josef Wich. „Auch so können unnötige Ausgaben vermieden und Zeit eingespart werden.“
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Das Ankerzentrum in Bamberg ist eine hochinteressante Einrichtung. Der Kronacher Markus Oesterlein (2. von rechts) ist seit 2015 Leiter der Einrichtung. Er führte Mitglieder des Beamtenbunds Kronach mit ihrem Vorsitzenden Franz-Josef Wich (2. von links) durch wesentliche Teile der Einrichtung.