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Bayern

Beihilfe soll schneller werden!

In letzter Zeit kam es vermehrt zu Verzögerungen bei der Beihilfeerstattung. Das ist für keinen der Beteiligten angenehm. An einer Beschleunigung der Abläufe wird fieberhaft gearbeitet. Frau Dr. Nicole Lang, Leiterin der zuständigen Abteilung im Finanzministerium, stellte sich unseren Fragen und gibt einen kleinen Einblick in die Problemlage und mögliche Lösungen.

BBB: In letzter Zeit haben sich die Beihilfebearbeitungszeiten beim Landesamt für Finanzen (LfF) deutlich verlängert. Woran liegt das?

Dr. Lang: Wir streben an, dass zwischen An­tragseingang und Erlass des Bescheids nicht mehr als 14 Kalendertage liegen. Bei allein über 6.000 Anträgen pro Tag ist das ein durchaus sportliches Ziel. Insbesondere wenn man bedenkt, dass die Beleg- und Antragseingänge seit 2015 um über 40 Prozent gestiegen sind. Wesentliche Neuerung sind auch die digitalen Einreichmöglichkeiten, allen voran unsere höchst erfolgreiche Beihilfe
App. Wir freuen uns natürlich, dass dieser digitale Kanal intensiv genutzt wird, es hat sich dadurch aber auch das Antragsverhalten stark geändert. Wo früher eher mehrere Belege gesammelt und dann gemeinsam eingereicht wurden, wird heute oft jeder einzelne Beleg auch direkt eingereicht. Das ist eine Herausforderung, da bei jedem Beleg die Grunddaten, also Name, Beihilfeberech­tigung, Familienangehörige etc. erneut geprüft werden müssen. Das erhöht dementsprechend den Aufwand. Aber wir tun unser Möglichstes, alle Anträge schnellstmöglich zu bearbeiten und die Frist zu halten.

BBB: Welche Maßnahmen ergreift das LfF, um die Bearbeitungszeiten zu verbessern?

Dr. Lang: Zahlreiche unterschiedliche fachliche und organisatorische Unterstützungsmaßnahmen werden vom LfF umgesetzt, um die Situation kontinuierlich zu optimieren. Nicht zu vergessen: Bereits jetzt ist der Bei­hilfeprozess in einem hohen Maße digitalisiert, u. a. bei der Belegprüfung. So können wir die Arbeitsproduktivität von Jahr zu Jahr deutlich steigern. Außerdem wird durch die elektronische Krankenhaus­direktabrechnung und das E-Rezept sowie die weitere Automatisierung und den Ein­satz von KI bei der Texterkennung der Prozess zukünftig noch effizienter gestaltet. Betragsmäßig hohe Anträge (über 4.000 Euro) werden außerdem bevorzugt erledigt. Auch besteht die Möglichkeit von regel­mäßigen Abschlagszahlungen, beispielsweise bei anhaltend hohen Arzneimittelaufwendungen sowie im Bereich Krankenhaus, Rehabilitation oder Pflege. Wir sind hier sehr konstruktiv!

BBB: Wie können die Beihilfeberechtigten zu einer schnelleren Bearbeitung ihrer Beihilfeanträge beitragen?

Dr. Lang: Hier gibt es unterschiedliche ­Aspekte, die zu einer Optimierung für alle beitragen: Antragsteller sollten darauf achten, dass die Unterlagen vollständig eingereicht werden (z. B. Rechnungen für Hilfsmittel mit Verordnung; bei Zahnarztrechnungen auch die Rechnung für Laborleistungen). Gerne auch ein Augenmerk auf gute Qualität legen. Bei nicht lesbaren Bildern (z. B. aufgrund von Dunkelheit, Falten oder weißen Flecken vom Blitz im Bild) ist die Bearbeitung leider oft nicht möglich, was wiederum zu Mehrarbeit beim LfF und letztlich auch beim Antragsteller führt. Außerdem würde es dem LfF sehr helfen, wenn mehrere Belege gesammelt in einem Beihilfeantrag eingereicht werden. Die Funktion „Zwischenspeichern von Belegen“ in der BeihilfeApp sowie über BeihilfeOnline im Mitarbeiterservice Bayern ist hier hilfreich und absolut zu empfehlen.

Weitere kleine Tipps: Teilen Sie Änderungen der persönlichen Verhältnisse (z. B. Änderung Versicherungsumfang) bitte stets zeitnah mit, informieren Sie sich über Ihren aktuellen Bearbeitungsstand in „BeihilfeOnline“ über die Funktion „Auskunft Beihilfeantrag“ und nutzen Sie die digitale Bescheidauskunft im Mitarbeiterservice Bayern – zum Wohle unserer Umwelt und für eine schnellere digitale Kommunikation! Weitere hilfreiche Informationen finden Sie auch auf der Internetseite das LfF unter „Themen“ > „Beihilfe“ > „FAQ – Häufig gestellte Fragen“.