Corona hat das Besprechungsverhalten verändert. Immer häufiger finden Gespräche online oder in hybrider Form statt. Dass Gremien in voller Besetzung zusammenkommen, stellt eher die Ausnahme dar. Inzwischen macht sich aber auch bemerkbar, dass ein ganz wesentlicher Bestandteil des Austauschs auch außerhalb der offiziellen Tagesordnungen stattfindet. So fordern auch Unternehmen der freien Wirtschaft wieder mehr Präsenztage ein, beenden die teilweise ins Unbegrenzte gehenden Homeoffice-Regelungen und legen wieder mehr Wert auf den Kontakt von Angesicht zu Angesicht.

Der BBB-Hauptvorstand hat darauf mit einem eigenen Sitzungsformat reagiert. Seit dem letzten Jahr trifft er sich zur ersten Sitzung des Jahres in einem Tagungshotel außerhalb Münchens, in diesem Jahr in Berg bei Starnberg. Zwei Tage haben die Gremienmitglieder Zeit, nicht nur die Tagesordnung der aktuellen Tagung abzuarbeiten, sondern auch weitere Gespräche zu führen, sich persönlich auszutauschen und sich von ausgewählten Referenten in neue Sachgebiete einführen zu lassen.
Gastredner der aktuellen Sitzung war Dr. Michael Weigl, Politikwissenschaftler an der Universität Passau. Der BBB-Hauptvorstand hatte ihn, u. a. nach umfassenden Diskussionen zum Umgang mit der AfD, eingeladen, um einen besseren Überblick über die politischen Entwicklungen in Bayern, die Ausrichtung der Parteien, ebenso wie die Erwartungen der Wählerinnen und Wähler zu erhalten, um für das weitere Vorgehen eine fundierte sachliche Grundlage zu erhalten.

Erörtert wurden Mitgliederzahlen, Wahlverhalten – vor Ort und auf höheren Ebenen, Wählererwartungen, Wahlmotivation und Themensetzung verschiedener Parteien. Der Vortrag bot damit einen kompletten Überblick über die von den Wählern wahrgenommene politische Landschaft in Bayern. Gleichzeitig wurden Veränderungen im Wahlverhalten und damit verbunden der Auswahl der Themen im Wahlkampf herausgearbeitet. Ein Vortrag, der unendlich viele Facetten der politischen Spielregeln aufzeigen konnte.
Daneben hatte der Hauptvorstand natürlich auch seine sonstigen Aufgaben zu erledigen, wie z. B. die Vorbereitung des jährlichen BBB-Hauptausschusses und des BBB-Verbändetags, die Erörterung des zu diesem Zeitpunkt zur Stellungnahme vorliegenden Gesetzentwurfs zur Anpassung von Besoldung- und Versorgung und weiterer Projekte.