Der öffentliche Dienst, unabhängig von der Beschäftigungsart, bietet zunächst einmal Sicherheit. Eine Sicherheit, die je nach Zeitgeist mal mehr, mal weniger geschätzt wird. Die den Beschäftigten mal mehr, mal weniger neidische Blicke beschert, oder vom Umfeld auch mal belächelt wird – je nach allgemeiner Wirtschaftslage. Insbesondere aber eine Sicherheit, die auch eine Kehrseite mit sich bringt, wie zum Beispiel zahlreiche gesetzliche Regelungen, die das Beschäftigungsverhältnis bestimmten Anforderungen oder Vorgaben unterwerfen. So weit ganz allgemein. Aber ist es nur diese Sicherheit, mit der der öffentliche Dienst beim Nachwuchs punkten kann?
Was erwartet die aktuelle Bewerbergeneration? Bzw. wonach sieht sie sich um? Zahlreiche Studien belegen: Aktuell geht der Blick nicht in erster Linie Richtung Sicherheit. Lebensläufe sind flexibler und unruhiger geworden. Also, worum geht es?
Schaut man sich auf den Karriereportalen um, ist mitunter auch schon mal die Bekanntheit und vor allem auch die Beliebtheit, letztendlich also die „Marke“ entscheidend. Aber nicht alleine! Zudem gilt es, Zielgruppen sorgfältig zu differenzieren und medial passend anzusprechen. Das Prinzip „Gießkanne“ reicht angesichts der Vielfältigkeit auf dem Bewerbermarkt und der zu besetzenden Positionen schon lange nicht mehr aus.
Die zentralen Erwartungen der Bewerber an einen idealen Arbeitgeber scheinen ebenso vielfältig und differieren dabei je nach Zielgruppe sehr. Insgesamt ist zu verzeichnen, dass eine ausgewogene Work-Life-Balance, flexible Arbeitszeiten und Homeoffice zunehmend an Bedeutung gewinnen. Burnout und mentale Probleme sind nicht mehr angesagt. Das persönliche Well-Being rückt zunehmend in den Vordergrund. Und damit auch Aspekte abseits von Karriere und Geld, wie etwa betriebliches Gesundheitsmanagement etc.
Auch der BBB wollte wissen, wie der öffentliche Dienst sich dem Bewerbermarkt präsentiert. Was denken die Beschäftigten? Was zählt und was nicht? Wo punktet der Arbeitsplatz öffentlicher Dienst, wo kann er besser werden?
Ohne Einfluss auf die Auswahl der Befragten und mit einem Umfang von rund 700 abgeschlossenen Fragereihen, mag das Ergebnis nicht ganz repräsentativ sein, aber die Fingerzeige sind deutlich. Geantwortet haben dem BBB rund zwei Drittel Männer, ein Drittel Frauen und weit überwiegend Beschäftigte, die bereits im öffentlichen Dienst tätig sind. Dabei waren etwa 20 Prozent unter 30 Jahren alt und weitere rund 40 Prozent unter 40 Jahren.
Die beiden wichtigsten Faktoren, um als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden, sah die Mehrzahl der Befragten zunächst in guter Bezahlung und anschließend in flexiblen Arbeitszeiten (persönliches Zeitmanagement/Teilzeitarbeit). Beides gefolgt von einer guten Arbeitsatmosphäre.

Zu denken geben die Antworten auf die Frage: „Als wie attraktiv empfinden Sie den öffentlichen Dienst?“ Rund 80 Prozent ordnen sich in die Bereiche „gar nicht“, „eher nicht“ und „teils, teils“ ein, die die unteren 50 Prozent der Skala ausmachen.
Immerhin erkennen auch viele an, dass im öffentlichen Dienst in Sachen Attraktivität Arbeitsplatzsicherheit, Sicherheit im Alter und auch die flexiblen Arbeitszeiten bereits heute gut umgesetzt sind. Damit lässt sich punkten. Verbessert werden sollte aus Sicht der Befragten die Bezahlung, die überbordende Bürokratie und die Digitalisierung.
Alles bekannte Baustellen. Und häufig ist der Blick auf den eigenen Arbeitsplatz nicht ganz objektiv. Allerdings sind doch gerade hier diejenigen, die die Botschaft nach außen tragen. Vielleicht ist auch hier ein wenig Markenbildung gefragt. Wer sind wir, was tun wir, wieso tun wir das und warum tun wir das gerne? Denn so stellt man sich doch seinen Beruf vor. Und so möchte der Einzelne auch von außen gesehen werden.
Der BBB plädiert seit jeher für gute, angemessene und faire Bezahlung aller Beschäftigten. Das ist wichtig und Grundlage einer ansprechenden Beschäftigung. Aber für sich allein ist das nicht ausreichend. Auch das macht er regelmäßig deutlich.
Darauf reagiert auch das Bayerische Staatsministerium der Finanzen und für Heimat nun mit einem eigenen Karriereportal, das den Zugang zum öffentlichen Dienst – mental, aber auch praktisch – deutlich erleichtert. Als großer Arbeitgeber mit einer Varietät von unterschiedlichsten Berufssparten, Dienstherren und Beschäftigungsbereichen, lagen die Hürden für einen unkomplizierten Einstieg nicht nur in der Vielzahl möglicher Einstiege, sondern auch in den unterschiedlichen Ansprechpartnern und Verfahren.
Mit Sei-daBay.de ist seit Mitte Mai ein zentraler Zugang für alle Arbeitsplätze beim Freistaat Bayern online. Von Finanzamt, IT-Rechenzentrum, Polizei und Schule bis hin zu Forstwirtschaft und Hochschule – hier lassen sich alle Infos über die vielfältigen Berufsmöglichkeiten auf einen Blick in ansprechender Gestaltung finden.
Finanzminister Albert Füracker betonte zur Einführung: „Dank fairer Bezahlung und guter Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist der Freistaat nicht nur Bayerns größter Arbeitgeber, sondern überzeugt auch mit attraktiven Arbeitsbedingungen.“
Die Website informiert über den Freistaat Bayern als Arbeitgeber und seine Arbeitsbedingungen. Betont wird nicht nur die Mannigfaltigkeit an verantwortungsvollen Jobangeboten, sondern es wird auch ein schneller Überblick über aktuelle Veranstaltungen, News mit Erfahrungsberichten sowie zahlreiche Praktikumsmöglichkeiten geboten. Auch ein Newsletter ist vorgesehen. Direkte Online-Bewerbungen sind möglich.
Die Website verdeutlicht ganz klar, wo der Freistaat Bayern seine Prioritäten setzen möchte: zeitgemäße und individuelle Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Wertschätzung und Vielfalt als bedeutende Grundlage der Personalpolitik, ausreichend Zeit für Regeneration (Urlaub) und Familie durch flexible Arbeitszeitgestaltung und gute technische Ausstattung, faire Bezahlung, gute Absicherung im Alter und gleiche Chancen für alle.
Dabei muss man sich bewusst machen: Der Freistaat Bayern ist die Heimat von über 13 Millionen Menschen und zugleich der größte Arbeitgeber im Bundesland. Über 380.000 Kolleginnen und Kollegen allein im Staatsdienst engagieren sich tagtäglich für das Zusammenleben in Bayern. Eine verantwortungsvolle Aufgabe.
Eigentlich selbstverständlich, dass hier ein lebenswerter Arbeitsplatz sein muss, der auch als solcher erkannt wird. Wo hier noch Nachholbedarf besteht, muss gemeinsam gehandelt werden. Dafür steht der BBB zusammen mit seinen Fachverbänden und Mitgliedern!
Die gesamte Auswertung der BBB-Umfrage zur Attraktivität des öffentlichen Dienstes können Sie hier ansehen und herunterladen!