Zur aktuellen Lage

Attraktiver öffentlicher Dienst

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Fachkräftemangel ist auch im öffentlichen Dienst nicht mehr zu übersehen. Wie alle merken wir bei unserer tagtäglichen Arbeit: Die Personaldecke wird dünner, die Aufgaben für vorhandene Beschäftigte mehr. Nun muss gehandelt werden.

Standpunkt des BBB ist, der öffentliche Dienst muss attraktiver werden, bzw. seine Attraktivität darf nicht – auch nicht angesichts sich schmälernder Steuermittel – aufs Spiel gesetzt werden und muss stattdessen nach außen deutlich gemacht werden. Die Marke bilden, das Image fördern!

Je attraktiver der öffentliche Dienst sich als Arbeitgeber/Dienstherr aufstellt, desto leichter fällt die Personalgewinnung, desto lieber, motivierter und effizienter arbeiten die Menschen dort. Einen ähnlichen Ansatz verfolgte auch der Ministerrat, als er Ende Januar das Finanzministerium beauftragte zu prüfen, „ob und ggf. welche Möglichkeiten bestehen, die Teilzeitquote entweder im Vollzugswege und/oder durch Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen auf für alle Beteiligten verträgliche Weise zurückzuführen“. Dabei hieß es auch: Dabei stehen vor allem freiwillige Anreize im Vordergrund. Bei allen Überlegungen sollen die Interessenvertretungen der Beschäftigten, insbesondere die Berufsverbände umfassend im Rahmen eines Dialogprozesses eingebunden werden.

Wir befinden uns also seit ein paar Wochen in Gesprächen, um über die Möglichkeiten der Rückführung von Teilzeit zu diskutieren. Und hier muss ich ein paar Dinge klarstellen: Ja, wir fänden es wünschenswert, wenn Beschäftigte in Teilzeit sich dazu entschließen könnten, länger zu arbeiten, um dem Nachwuchsmangel abzuhelfen. Das würde die vorhandenen Beschäftigen entlasten. ALLERDINGS: Niemandem ist es zuzumuten, seine persönlichen Verhältnisse und privaten Umstände dafür über den Haufen zu werfen. Und selbstverständlich werden auch hier zusätzliche Haushaltsmittel bzw. Stellen benötigt. Und AUF GAR KEINEN FALL sollten vorhandene gesetzliche Möglichkeiten eingeschränkt werden.

Die umfangreichen Regelungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Bayern sind hart erarbeitet. Bayern ist hier zum Vorreiter geworden und nimmt seit jeher Vorbildfunktion – auch gegenüber der freien Wirtschaft – ein. Die hat inzwischen deutlich aufgeholt. Genau deswegen verbietet sich ein Schritt rückwärts. Wir wollen dem öffentlichen Dienst doch nicht seine herausragenden Pluspunkte bei der Nachwuchsgewinnung nehmen!

Wir stimmen dem Kabinett also voll zu, wenn es sagt, freiwillige Anreize müssen im Vordergrund stehen. Das sind die einzig wichtigen und nachhaltigen Anreize. Sie binden vorhandenes Personal, erleichtern die Arbeitszeitausdehnung von Teilzeitkräften und halten den öffentlichen Dienst bei Bewerbern im Rennen. DAS IST DER RICHTIGE WEG!

Die Gespräche sind noch in vollem Gange. Wir werden sehen, wo die Reise hingeht. Aber die Prioritäten sind klar.

 

Mit kollegialen Grüßen

Rainer Nachtigall
Vorsitzender
Bayerischer Beamtenbund e.V.

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