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Der junge Blick - Die Kolumne der dbbjb

Liebe Leserinnen und Leser,

auf uns als Teil des Bayerischen Beamtenbundes kommt in den nächsten Wochen eine besonders entscheidende Phase zu: Die Einkommensrunde der Länder (TV-L) startet. Für viele klingt das nach nüchternen Tarifverhandlungen – für uns bedeutet es weit mehr: Es geht um nichts Geringeres als die Zukunftsfähigkeit des öffentlichen Dienstes und um die Frage, wie wir als Gesellschaft mit den Menschen umgehen, die täglich für unser Gemeinwohl arbeiten.

Wir erleben schon heute, wie groß der Druck in Verwaltungen, Schulen, Kitas, Hochschulen, Krankenhäusern und vielen weiteren Bereichen ist. Überall hören wir dieselben Worte: Fachkräftemangel, steigende Anforderungen, zunehmende Belastung. Die Realität kennen wir alle: Wenn Stellen unbesetzt bleiben, müssen die vorhandenen Kolleginnen und Kollegen die Lücken auffangen – mit Überstunden, mit immer weniger Zeit für Qualität und mit der ständigen Sorge, den Erwartungen nicht mehr gerecht werden zu können. Wer das ändern will, darf nicht länger über Kürzungen oder Verlängerungen der Lebensarbeitszeit diskutieren. Vorschläge wie die Anhebung des Renteneintrittsalters sind nicht nur weltfremd, sie sind respektlos gegenüber all jenen, die heute schon bis an die Grenze ihrer Kräfte arbeiten.

Stattdessen braucht es eine klare Antwort: Der öffentliche Dienst muss wieder attraktiv werden – für junge Menschen, die am Anfang ihres Berufslebens stehen, genauso wie für erfahrene Fachkräfte, die ihre Kompetenzen noch viele Jahre einbringen möchten. Dazu gehört selbstverständlich eine faire und konkurrenzfähige Bezahlung. Und genau das steht in der anstehenden Einkommensrunde der Länder auf dem Spiel. Wer ernsthaft Nachwuchs gewinnen und halten will, wer den vielbeschworenen Fachkräftemangel wirklich bekämpfen möchte, der darf den Wert unserer Arbeit nicht kleinreden.

Darum ist unsere gemeinsame Sichtbarkeit in dieser Tarifrunde so wichtig. Verhandlungen am grünen Tisch sind das eine – die spürbare Unterstützung aus der Belegschaft ist das andere. Jede Demonstration, jede kreative Aktion, jede Teilnahme an Streiks zeigt: Wir stehen zusammen, wir wissen, was wir wert sind, und wir lassen uns nicht mit warmen Worten abspeisen. Besonders freue ich mich über die Energie, mit der unsere jungen Mitglieder dabei sind. Sie tragen ihre Anliegen nach draußen, sie zeigen Haltung, und sie beweisen: Die dbb jugend bayern ist nicht nur Teil der Bewegung, sie ist ihr Motor.

Die Einkommensrunde ist der Moment, in dem wir dafür ein starkes Zeichen setzen können. Und sie ist der Moment, in dem jede und jeder Einzelne gebraucht wird. Deshalb mein Appell an alle: Macht mit, beteiligt euch, zeigt Gesicht – für euch selbst, für eure Kolleginnen und Kollegen, und für die Zukunft des öffentlichen Dienstes.

Ihr/Euer

Alexander Seeger

Vorsitzender der dbb jugend