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Bayern

Bei den privaten Versicherern stehen ­Beitrag­s­­anhebungen an

Es trifft nicht alle Versicherungen, aber doch einige. Zum 1. Januar 2025 werden manche privaten Versicherungen (PKV) ihre Beiträge anheben. Der BBB hat sich beim Verband der privaten Versicherer erkundigt – Warum kommen gerade jetzt Beitrags­anpassungen? Und warum fallen sie so deutlich spürbar aus?

Wann dürfen ­private Versicherer die ­Bei­träge erhöhen?

PKV-Beiträge orientieren sich – aufgrund gesetzlicher Vorgaben – an der tatsächlichen Kostenentwicklung. Dabei dürfen sie nur erhöht werden, wenn bestimmte Schwellenwerte überschritten sind. Das bedeutet aber auch, dass dann die Beitragserhöhungen deutlicher ausfallen. Ein „Kostenstau“ muss ausgeglichen werden.

Allerdings: Prognosen hinsichtlich zukünftiger Kostensteigerungen sind dabei nicht vorgesehen. Berechnungen ­erfolgen immer nur anhand der ak­tuellen Er­fahrungen.

Die Versicherer unterliegen also strengen gesetzlichen Vorgaben, wann sie ihre Beiträge erhöhen dürfen. Sie können nicht in kleineren Schritten anpassen, sondern müssen abwarten, bis die Kosten­steigerungen – die ja tatsächlich vorhanden sind und sein müssen – einen gewissen Prozentsatz übersteigen.
 

Wie hoch werden die ­Anhebungen sein? Wer ist betroffen?

  • Der PKV-Verband geht von durchschnittlich 18 Prozent aus.
  • Voraussichtlich zwei Drittel der ­Ver­sicherten werden betroffen sein.
  • Die Anhebungen fallen je nach Tarif und Zugangsalter unterschiedlich aus.
  • Beiträge zur privaten Pflegeversicherung werden nicht angehoben.
     

Hintergründe:

Die Kostensteigerungen, die die Anhebung der Beiträge auslösen, haben verschiedene Ursachen:

  • Allgemein angestiegene Kosten für medizinische Leistungen, Materialien, Geräte und Medikamente ebenso wie Inflation
  • Insbesondere gestiegene Krankenhausleistungen (2023: +13,5 Prozent)
  • Höhere Tarifgehälter im Bereich der Krankenpflege – auch vom BBB unterstützt
  • Höhere gesetzliche Mindestvorgaben zum Pflegepersonal
  • Nachholeffekte im Zusammenhang mit der Coronapandemie: z. B. bei elek­tiven Eingriffen wie etwa Hüft- und Knie-Endoprothesen
  • Starke Anstiege bei Arzneimittel­ausgaben

Zudem erfolgen auf Grundlage dieser Ausgaben auch Kalkulationen hinsichtlich Altersrückstellungen zur Stabilisierung der Beiträge bei lebensälteren Versicherten.
 

Vergleich mit der GKV

Mit der Anhebung der Beiträge trifft die Kostensteigerung im Gesundheitswesen privat Versicherte ebenso wie gesetzlich Versicherte. Dort werden zudem weitere Zusatzkosten durch die Anhebung der Versicherungspflichtgrenze und die Anhebung der Beiträge zur Pflege­versicherung fällig. Es handelt sich also nicht um ein isoliertes Problem der Privatversicherung.