
Der junge Blick - die Kolumne der dbbjb
In diesen Wochen liegt ein greifbarer Spannungsbogen über dem öffentlichen Dienst – vor allem dort, wo die Tarifverhandlungen zum TV-L stattfinden. Für viele junge Kolleginnen und Kollegen ist das kein abstraktes Thema im Hintergrund, sondern etwas, das unseren Alltag, unsere Planungssicherheit und unsere Motivation unmittelbar betrifft.
Die Tarifverhandlungen sind gestartet, und es steht mehr auf dem Spiel als nur ein Prozentpunkt mehr oder weniger auf dem Gehaltszettel. Mit der Forderung nach 7 % mehr (und mindestens 300 Euro) sowie für die Auszubildende ein Plus von 200 Euro haben wir als Gewerkschaften eine klare Botschaft formuliert: Gute Arbeit verdient gute Bezahlung und Anerkennung. Diese Forderung ist Ausdruck dessen, was wir – als junge Beschäftigte und als Vertreter unserer Generation – für gerecht halten.
Doch die Realität der bisherigen Verhandlungsrunden ist ernüchternd. Die erste Runde endete ohne ein Angebot der Arbeitgeberseite, und auch die zweite Runde brachte keine Bewegung, die unserer Forderung gerecht würde. Stattdessen zeigte sich die Gegenseite, die – ganz entgegen unserer Erwartungen – ohne konstruktives Verhandlungsangebot in die Sitzungen ging. Für uns junge Beschäftigte ist klar: Wir brauchen mehr als Lippenbekenntnisse, wir brauchen echte Wertschätzung und verlässliche Perspektiven.
Diese Enttäuschung hat uns jedoch nicht entmutigt. Im Gegenteil: Sie hat gezeigt, wie wichtig unser Engagement ist. In ganz Bayern haben Kolleginnen und Kollegen bei Mahnwachen Gesicht gezeigt – und das mit Recht. Unsere Botschaft ist klar: Wer uns nicht zuhört, der wird uns sehen!
Und daher appelliere ich...
... an die Arbeitgeberseite, endlich mit konstruktiven Vorschlägen in die Verhandlungen zu kommen,
... an die Politik, dem öffentlichen Dienst im Freistaat Bayern eine verlässliche Perspektive zu geben – und zwar für alle, und
... an die junge Generation: Bleibt aktiv, bleibt solidarisch! Tarifverhandlungen sind kein Zuschauersport. Sie leben von unserer Stimme, unserer Beteiligung und unserem Mut, für faire Bedingungen einzustehen.
Am Ende geht es um mehr als Zahlen auf einem Blatt. Es geht um Anerkennung, Gerechtigkeit und Motivation – genau das, was viele junge Leute im öffentlichen Dienst täglich einbringen. Die Tarifauseinandersetzung mag manchmal zäh erscheinen. Aber sie ist auch ein Ort, an dem deutlich wird, wer wir sind: eine starke Generation, die den öffentlichen Dienst von morgen mitgestaltet – gerecht und engagiert.
Ihr/Euer
Alexander Seeger
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