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Verband

Neuer Kulturreferent Grandmontagne zu Gast

Von links: Stellvertretende Kreisausschuss-Vorsitzende Evelyn Sporer, Vorsitzender Werner Kundmüller, Marc Grandmontagne


Zur Jahresversammlung konnte der Kreisausschuss Ingolstadt Marc Grandmontagne, den neuen Kultur- und Bildungsreferenten der Stadt Ingolstadt, als Gastreferent in einer gut besuchten Veranstaltung im Casino der Pionier­kaserne begrüßen.

Zwischen aktuellen Informationen aus dem Kreisausschuss und einem Überblick über die Aktivitäten im abgelaufenen Jahr stellte Grandmontagne in einer offenen Aussprache die komplizierte Ausgangssituation für seine Projekte dar, die für viele Kommunen ähnlich seien: Zurückgehende Steuereinahmen, Sanierungsstau für Schul- und Infrastrukturbauten, enorme Baukostensteigerung, ein zunehmender Verwaltungsaufwand bei einer schier unüberblickbaren Anzahl von Bauvorschriften. Dazu eine fast uferlose Bürokratie bei öffentlichen Bauten. In Ingolstadt würde die Lage noch verschärft durch das enorme Wachstum der Stadt mit entsprechendem Aufwand für Schulbauten und extremer Kostensteigerung bei Prestige- Bauten, wie dem Museum für Konkrete Kunst und Design (MKKD) – alles bei, schon wegen Tariferhöhungen, stark steigenden Personalkosten und  jetzt noch stärker sinkenden Ge- werbesteuereinnahmen.

Einerseits gebe es seit über 20 Jahren permanent neue Aufgaben für die Kommunen, andererseits behindere Kompetenzgerangel der Behörden und der Hang zur Perfektion in der Ausführung zukunftsorientierter Investitionen. Grandmontagne kritisierte das Vergaberecht der EU, das zu einer Dauerpleite von Subunternehmen führe, und den Bürokratismus zur Einhaltung von Bauvorschriften und DIN-Vorgaben. Er formulierte mit klaren Worten, es sei höchste Zeit, dieses System zu ändern. Für diese Aussage erhielt er großen Beifall. Er plädierte dafür, mehr Mut zu zeigen und sich von bestimmten Dingen zu befreien, dafür mehr zukunftsorientiert und nachhaltig zu denken.

Seinen Ausführungen schloss sich eine lebhafte, teilweise kontroverse Diskussion mit Fragen zu aktuellen Bauprojekten an,  auch zum Grad der städtischen Betei­ligung beim neuen Gymnasium in Man­­ching. Die Veranstaltung endete mit einer Vorstellung der Vertreterinnen der dbbjb- Kreisjugendleitung Ingolstadt, ei­nem Aus­blick auf mögliche Aktivitäten im Jahr 2025 und der Verteilung eines Flyers zur Nachwuchskräfte-Gewinnung.