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Tarif

Arbeitgeber Staat muss attraktiver werden und besser bezahlen

7 Prozent, mindestens 300 Euro – Das ist die Kernforderung der Gewerkschaften für die Einkommensrunde mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL).

„73 Prozent der Bürgerinnen und Bürger halten den Staat inzwischen für überfordert. Vernachlässigte Straßen, Pflege­notstand, Unterrichtsausfall und das generell schwindende Sicherheitsgefühl der Bevölkerung haben eine gemeinsame Ursache: fehlendes Personal. Um am Arbeitsmarkt nicht immer weiter hinter der Privatwirtschaft zurückzufallen, muss der öffentliche Dienst dringend attraktiver werden und besser bezahlen. Genau darüber verhandeln wir ab 3. Dezember mit den Ländern“, erklärte der dbb Bundes­vorsitzende Volker Geyer zur Forderung, die am 17. November 2025 in Berlin bekanntgegeben wurde.

„Wer Deutschland fit für die Zukunft machen will, braucht einen starken öffentlichen Dienst. Die Infrastruktur verbessern, die Digitalisierung vorantreiben: All diese Dinge brauchen gutes Personal“, erklärte der dbb-Chef. „Die Länder argumentieren dann gerne mit den sicheren Arbeitsplätzen. Aber sie wissen auch: Sichere Arbeitsplätze gleichen keine Inflation aus und zahlen keine Mietsteigerung. Die Beschäftigten haben ein Recht auf faire und leistungsgerechte Bezahlung“, so der dbb-Chef.

„Dass die bayerische Landesregierung schon vor Beginn der Verhandlungen ankündigt, das Ergebnis nur nach sechsmonatiger Verzögerung auf die Landesbeamtinnen und -beamten übertragen zu wollen, ist das vollkommen falsche ­Signal“, so Geyer. „Es ist kontraproduktiv, unfair und demotivierend. Um das klar zu sagen: Wir fordern von allen Ländern, die zeitgleiche und system­gerechte Übertragung des Verhandlungsergebnisses auf den Beamtenbereich. Erst dann wird diese Einkommensrunde abgeschlossen sein.“

Das machte auch BBB-Chef Rainer Nachtigall deutlich: Wir wollen eine faire Bezahlung für alle! Mit einer Online-­Petition unter dem Motto #StehtZuUns kann sich jede und jeder Beschäftigte, aber auch alle Unterstützer des öffentlichen Dienstes für ein angemessenes Tarifergebnis und seine zeitgleiche ­Übertragung persönlich einsetzen.
 

Die Kernforderungen:

  • Erhöhung der Tabellenentgelte um 7 Prozent, mindestens 300 Euro
  • Erhöhung aller Zeitzuschläge in § 8 Abs. 1 TV-L um 20 Prozentpunkte
  • Laufzeit 12 Monate

Von den Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) sind etwa 3,5 Millionen Beschäftigte betroffen: Direkt ca. 1,1 Millionen Tarif­beschäftigte der Bundesländer (­außer Hessen), indirekt ca. 1,4 Millionen Be­am­tinnen und Beamte der entsprechenden Länder und Kommunen sowie rund eine Million Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger. Es sind drei Verhandlungsrunden für den 3. Dezember 2025, den 15./16. Janu­ar sowie den 11.–13. Februar 2026 vereinbart.