Faire Verhandlungen zum TV-L! Faire Einkommen und Beschäftigungsbedingungen für alle!
Online-Petition – mach mit!
Die künftigen Einkommensentwicklungen sind grundlegend für den öffentlichen Dienst. Motivation, Leistungsanerkennung, Attraktivität als Arbeitgeber und Dienstherr – unzählige Aspekte finden hier ihren Aufhänger. 7 Prozent, mindestens 300 Euro mehr, so lautet die Forderung der Arbeitnehmervertreter. Die Verhandlungen starten Anfang Dezember. Und mit dem Ergebnis, das für den TV-L-Bereich erzielt wird, wird auch immer ein Maßstab für den Beamtenbereich gelegt. Deshalb ist schon während dieser Verhandlungen die Solidarität unter den Beschäftigtengruppen – Tarif und Beamte – wichtig. Den Gewerkschaften, die die Interessen der Angestelltenseite vertreten, stehen 15 Bundesländer (Hessen ist nicht dabei) gegenüber, deren Kassenlagen deutliche Unterschiede aufweisen. So müssen sich etwa auf Arbeitgeberseite innerhalb der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL), in der sich die Bundesländer zusammengeschlossen haben, zwei so verschiedene Länder wie Bremen und Bayern auf einen einheitlichen Standpunkt einigen. Das das nicht einfach ist und auch gerechten Ergebnissen entgegenstehen kann, erschließt sich von selbst. Aus Sicht des BBB verbietet sich – gerade für Bayern – eine Orientierung am niedrigsten gemeinsamen Nenner!
Verhalten positive Steuerschätzung
Die aktuelle Steuerschätzung Ende Oktober lässt sich als verhalten positiv bewerten. Im Vergleich zur Mai-Steuerschätzung wird für Bayern ein Einnahmeplus von etwa 1,5 Mrd. Euro, für 2027 etwa 1,8 Mrd. Euro prognostiziert, also eine leichte Verbesserung nach einigen schwächeren Jahren. Gleichwohl bleibt das Wirtschaftswachstum mit 1,3 Prozent für 2026 und 1,4 Prozent für 2027 verhalten. Finanzminister Albert Füracker verdeutlichte: „Das Ergebnis der aktuellen Steuerschätzung ist die Basis für unsere aktuelle Planung des nächsten Doppelhaushalts. Klar ist: Finanzielle Spielräume für große neue Ausgaben ergeben sich für den Bayerischen Staatshaushalt keineswegs. Im Gegenteil: Bayern wird auch im Rahmen der aktuellen Haushaltsaufstellung für unseren Doppelhaushalt 2026/2027 an strikte Ausgabendisziplin und Konsolidierungsanstrengungen gebunden sein.“
Eckpunkte zum kommenden Doppelhaushalt
Am 11. November veröffentlichte die Bayerische Staatsregierung ihre Absichten zum kommenden Doppelhaushalt. Den öffentlichen Dienst betreffend ist vorgesehen ab 2027 1.500 neue Stellen für Lehrkräfte, 400 neue Stellen für multiprofessionelle Unterstützungskräfte an Schulen, 248,5 neue Stellen für die Landratsämter, 200 neue Stellen im Bereich der Polizei, 200 neue Stellen im Bereich der Wissenschaft, 150 neue Stellen im Bereich der Justiz sowie 20 neue Stellen für das Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zu schaffen.
Gleichzeitig aber wird darauf hingewiesen, dass der Personalbereich von Konsolidierungsmaßnahmen nicht ausgenommen werden kann. Im Haushaltsjahr 2026 werden keine kostenwirksamen neuen Stellen ausgebracht (Stellenmoratorium), ebenso für das Haushaltsjahr 2027 im Bereich der Ministerien. Das Staatsministerium der Finanzen und für Heimat erhält den Auftrag bis Ende des ersten Quartals 2026 einen Vorschlag zur Umsetzung des Stellenabbaus über alle Geschäftsbereiche vorzulegen, davon 1.000 Stellen bis 2028, insgesamt 10.000 Stellen bis 2040.
Einschränkungen bei der familienpolitischen Teilzeit
Außerdem, so die entsprechende Pressemitteilung der Staatsregierung, sind „moderate Änderungen bei den Teilzeitregelungen“ vorgesehen. Bei der familienpolitischen Teilzeit erfolgt ab dem 1. September 2027 eine Absenkung des Kindesalters, bis zu welchem die Inanspruchnahme möglich ist, auf 14 Jahre und eine Anhebung der Mindestquote auf 30 Prozent (bisher 20 Prozent). Bei der Antragsteilzeit gilt wie bisher eine Mindestquote von 50 Prozent und die Entscheidung über die Gewährung wird ins Ermessen der Behörde gestellt. Bisher „soll“ entsprechenden Anträgen stattgegeben werden.
Damit endet ein seit fast zwei Jahren währender Diskussionsprozess, in den das Finanzministerium, aber insbesondere auch das Kultusministerium mit den Beschäftigtenvertretern getreten war, mit einer einseitigen Entscheidung der Staatsregierung, die die bisherigen Fortschritte in keiner Weise einbezieht. Der BBB hatte hier immer für Anreize für freiwillige Aufstockung der Teilzeitbeschäftigung plädiert, um dem Personalmangel entgegenzuwirken. Im zunächst in den Blick genommenen Kultusbereich wurden damit bereits gute Ergebnisse erzielt. Die aktuelle Ankündigung setzt sich über alle gewonnenen Erkenntnisse hinweg und gilt künftig für alle Beschäftigungsbereiche. „Offenbar hat die bestmögliche Vereinbarkeit von Familien- und Berufsleben bei der Staatsregierung an Stellenwert eingebüßt“, kommentiert BBB-Chef Rainer Nachtigall diese Vorgänge.
Offenbar sollen auch weitreichende Umstrukturierungen stattfinden: Unter dem Vorsitz von Staatsminister Dr. Florian Herrmann soll eine Expertenkommission aus Mitgliedern der Staatsregierung, der Regierungsfraktionen des Landtags und ggf. ausgewiesenen Experten ins Leben gerufen werden, die bis zum zweiten Halbjahr 2026 die aktuellen staatlichen Verwaltungs- und Behördenstrukturen, die Aufgabenverteilung auf die verschiedenen Ämter, die Beteiligung der Behörden untereinander und den Zuschnitt der jeweiligen Zuständigkeitsbereiche überprüfen soll.
6 Monate Verzögerung bei der Besoldungsanpassung
Wichtigstes Detail, dass in der Pressemitteilung fast nebenbei erwähnt wird, ist die Tatsache, dass bei der Veranschlagung der Personalausgaben in den Jahren 2026 und 2027 eine zeitliche Verschiebung der Übertragung der Ergebnisse der kommenden Tarifverhandlungen der Tarifgemeinschaft der Länder auf den Beamtenbereich jeweils um 6 Monate eingerechnet wird.
In der entsprechenden Pressekonferenz hatte Ministerpräsident Dr. Söder sehr deutlich gemacht: „Wir sparen zunächst mal bei uns selber“. Das allerdings gehe auf Kosten des öffentlichen Dienstes, warnte Rainer Nachtigall. Diese Verschiebung, die noch dazu bereits im Vorfeld der Tarifverhandlungen angekündigt wird, stellt einen völlig einmaligen Vorgang dar. Für den BBB ein absolutes No-Go! Seit Jahrzehnten hat sich der Freistaat Bayern daran gehalten, das Tarifergebnis des TV-L zeit- und inhaltsgleich, gegebenenfalls systemgerecht auf den
Beamtenbereich zu übertragen. Das war jedes Mal eine bewusste Entscheidung. Die Tarifgehälter unterliegen den Verhandlungen der Tarifpartner, Besoldung- und Versorgung werden durch Gesetz geregelt. Allerdings entspricht es einem Gebot der Fairness, beide Beschäftigtengruppen gleich zu behandeln und in gleicher Weise an der allgemeinen Einkommensentwicklung teilhaben zu lassen. Die Tarifverhandlungen sind dabei Indikator für den Beamtenbereich. So auch die bisherige Überzeugung des bayerischen Gesetzgebers, über viele Jahre hinweg.
Mit der nun vorgesehenen Verzögerung von sechs Monaten bricht Bayern mit dieser grundlegenden Überzeugung. Ein Berufsstand soll von der allgemeinen Einkommensentwicklung abgehängt werden, soll ein halbes Jahr auf seine Anpassung warten. Ein sachlicher Grund für diese Differenzierung lässt sich nicht erkennen, außer dass hier das Einkommen durch Gesetz geregelt wird und daher leichter dem Zugriff unterliegt.
Bekenntnis zum Berufsbeamtentum?
Aber was macht es mit der Motivation der verbeamtet Beschäftigten? Welches Bild schafft der Freistaat Bayern nach außen, z. B. gegenüber möglichen Bewerbern? Wie wirkt es sich auf die Tarifverhandlungen aus? Was für einen Einfluss hat diese Ankündigung auf die Erwägungen der Tarifpartner aller Länder? Und wie wirkt es sich auf den notwendigen Zusammenhalt während der Verhandlungen unter den Beschäftigtengruppen aus? Welche Zeichen sind mit einer solchen Ankündigung beabsichtigt?
In der Pressekonferenz, bei der die Eckpunkte zum kommenden Doppelhaushalt bekanntgegeben wurden, sprach der Ministerpräsident von einem Bekenntnis zum Berufsbeamtentum. „Das kann ich in der nun angekündigten Verschiebung nicht erkennen!“, so Nachtigall. Verbeamtete Beschäftigte sollen von der allgemeinen Einkommensentwicklung abgehängt werden. „Noch bevor überhaupt Zahlen im Raum stehen, werden hier massive Sparmaßnahmen angekündigt, die nicht nur einseitig eine Berufsgruppe treffen, sondern zudem noch einen Keil zwischen die Beschäftigtengruppen treiben!“ Nun sollen gerade diejenigen herhalten, deren Einkommen per Gesetz geregelt wird – und die damit dem schnellen Zugriff unterliegen.
Der Hinweis Söders, Stoibers Erbe fortsetzen zu wollen, weckt mehr als schlechte Erinnerungen bei den Beschäftigten. Edmund Stoiber stand Anfang der Nullerjahre für einen rigiden Sparkurs, der sich insbesondere durch starke Einschnitte im Öffentlichen Dienst auszeichnete.
Die Einsparung von Personalkosten ist seit langem Thema jeglicher Haushaltserwägungen. Aber es sind nicht die Beschäftigten, die für diese Kosten verantwortlich sind. Es sind u.a. die immer neuen staatlichen Projekte, die zusätzlichen Personalbedarf verursachen und damit die Kosten in die Höhe treiben. Wo Stellenabbau auf der einen Seite stattfindet, müssen neue Aufgaben mit zusätzlichem Personal abgedeckt werden. So hat z. B. allein die Staatskanzlei während der Amtszeit des Ministerpräsidenten seit 2019 ihre Planstellen um 46 Prozent aufgestockt.
Insofern stellen sich die weiteren Ankündigungen als durchaus zielgerichtet dar. Es müssen vorhandene Strukturen überdacht, Bürokratie abgebaut und die mehrfache Vorhaltung von Strukturen vermindert werden. Die Expertenkommission von Dr. Florian Herrmann hat ein weites Handlungsfeld ins Auge zu nehmen. Dieser Weg ist sehr viel vielsprechender um vorhandenen Personalbedarf zu reduzieren und dem Arbeitskraftmangel entgegenzuwirken – ohne einzelne Beschäftigtengruppen vor den Kopf zu stoßen und zu enttäuschen.
#StehtZuUns – Online-Petition unterzeichnen!
Der BBB stellt sich dem Anliegen der verzögerten Übertragung des Tarifergebnisses entschieden entgegen. „Wir brauchen faire Einkommen für alle. Der Tarifbereich stellt den Maßstab für den gesamten öffentlichen Dienst“, so Nachtigall. Es gehe um Motivation, Fachkräftebindung, Erhalt der Vorrangstellung auf dem Bewerbermarkt und als Verwaltungsapparat.
„Es ist ein Gebot der Gerechtigkeit, alle Beschäftigten im öffentlichen Dienst gleichermaßen an der allgemeinen Entwicklung teilhaben zu lassen“, sagt der BBB-Vorsitzende. Die aktuelle Ankündigung, noch vor Aufnahme der Tarifverhandlungen, sei ein plumper Versuch, auf die Tarifverhandlungen einzuwirken und den Zusammenhalt der Beschäftigtengruppen zu spalten.
Es sei ein fatales Zeichen gegenüber den Beschäftigten beider Bereiche, wie hier auf ihre künftigen Einkommen eingewirkt werde. Das habe nichts mit Anerkennung derjenigen zu tun, die dem öffentlichen Dienst Tag für Tag ein Gesicht verleihen und ihn am Laufen halten.
Um allen Unterstützern des öffentlichen Dienstes die Möglichkeit zu bieten, ihrer Haltung Ausdruck zu verleihen, hat der BBB eine Online-Petition ins Leben gerufen, vgl. Seite 16. „Steht zu uns!“, verlangt der öffentliche Dienst, verlangen seine Beschäftigten beider Bereiche. Das letzte Wort haben die Abgeordneten des Bayerischen Landtags, wenn sie über die Gesetzesvorlage zur Besoldungs- und Versorgungsanpassung entscheiden und bereits vorher, wenn ihnen die Zahlen zum kommenden Doppelhaushalt vorliegen.
Was sagen die Sprecher für den öffentlichen Dienst?
Wir haben gefragt: „Noch bevor die Tarifverhandlungen zur Einkommensrunde der Beschäftigten der Länder überhaupt begonnen haben, hat die Bayerische Staatsregierung angekündigt, die Übertragung auf den Beamtenbereich um sechs Monate verschieben zu wollen. Das nimmt nicht nur unschönen Einfluss auf die Erwägungen beim Aushandeln der Tarifergebnisse, sondern spaltet auch die Beschäftigtengruppen in nicht zu vertretender Weise.

CSU – Alfred Grob, MdL
Stellvertretender Vorsitzender des Landtagsausschusses für Fragen des öffentlichen Dienstes
Der Landtag hat als Haushaltsgesetzgeber die Aufgabe, die Finanzen des Freistaates zukunftsfähig aufzustellen. Das ist vor dem Hintergrund schwieriger wirtschaftlicher Zeiten und großer internationaler Krisen eine enorme Herausforderung. Um Spielräume für Investitionen als „Motor“ für den wirtschaftlichen Aufschwung künftiger Jahre zu erhalten, ist ein umfassendes Konsolidierungskonzept zwingend erforderlich.
Wir werden in verschiedenen Bereichen Einschnitte machen müssen, die uns nicht leichtfallen. Vor dem Hintergrund, dass der größte Kostenanteil des Haushalts in die Personalausgaben fließt, wird auch der öffentliche Dienst einen finanziellen Beitrag leisten müssen. Eine zeitgleiche Übernahme des Tarifergebnisses auf die Beamtenbezüge war in den letzten Jahren in Bayern üblich. Ein Automatismus war dies nie, das zeigt auch die Handhabe in anderen Bundesländern. Dabei ist zu berücksichtigten, dass die aktuellen Beamtenbezüge in Bayern bereits auf einem im Bundesvergleich sehr hohen Niveau sind. Dieses Niveau wollen wir erhalten und auch als Basis für künftige Anpassungen sichern, indem wir die Tarifanpassungen trotz einer zeitlichen Verschiebung übernehmen.
Gerade in Zeiten, in denen viele Menschen um ihren Arbeitsplatz fürchten, wird deutlich, dass das Beamtenverhältnis für Sicherheit und Stabilität steht. Im Gegensatz zu den Bestrebungen vieler anderer politischen Kräfte haben wir uns als CSU-Fraktion stets zum Berufsbeamtentum und auch zu den damit verbundenen Vorteilen bekannt. Daran halten wir fest. Seien Sie versichert, dass wir auch künftig darauf achten werden, dass der Freistaat ein attraktiver Dienstherr für die Beamtinnen und Beamten bleibt.

Freie Wähler – Dr. Martin Brunnhuber, MdL
Vorsitzender des Landtagsausschusses für Fragen des öffentlichen Dienstes
Derzeit herrscht Unruhe bei den Beschäftigten im öffentlichen Dienst, sei es durch die Diskussionen um die Teilzeit-Einschränkungen, um den angekündigten Stellenabbau, um den Einsatz von KI und jüngst auch um die Ankündigung, die Tarifergebnisse für Beamtinnen und Beamte in Bayern erst um ein halbes Jahr verzögert umzusetzen. Andererseits müssen alle Bereiche des öffentlichen Dienstes immense Anstrengungen unternehmen, um auch in Zukunft möglichst attraktive Arbeitsbedingungen zu bieten, damit auch in Zukunft gute Fachkräfte gewonnen werden können.
Es ist aber auch kein Geheimnis, dass der Freistaat Bayern vor haushaltstechnisch großen Herausforderungen steht und die Maßnahme, die Tarifergebnisse zeitlich verschoben zu übertragen, ist haushaltspolitisch nachvollziehbar, um einen verfassungskonformen Haushalt zu verabschieden. Ich bin der festen Überzeugung, dass unsere Beamtenschaft auch diesen Schritt mitträgt, wenn es eine Zusage gibt, dass es in haushaltstechnisch entspannteren Zeiten auch wieder zu einem Ausgleich kommen wird. Dies ist meiner Einschätzung nach nur fair, denn dadurch wird verhindert, dass es innerhalb des öffentlichen Dienstes zu einer Ungleichbehandlung zwischen Tarifbeschäftigten und Beamtinnen und Beamten kommt und nicht nur eine Berufsgruppe für einen ausgeglichenen Staatshaushalt in die Bresche springen muss.

Bündnis 90 / Die Grünen – Julia Post, MdL
Mitglied des Ausschusses für Fragen des öffentlichen Dienstes
Die aktuellen Ankündigungen der Bayerischen Staatsregierung zum öffentlichen Dienst sind kein Personalmanagement, sondern sie sind ein politisches Warnsignal. Ich finde es ein Unding, wie hier Politik gemacht wird: Stellenabbau per Pressekonferenz, Tarifverzögerung ohne Abstimmung, Teilzeitbeschränkungen ohne Analyse der Folgen.
So geht man nicht mit Beschäftigten um und so stärkt man auch nicht die Institutionen, auf denen unsere Demokratie ruht. Als Beschäftigte des öffentlichen Dienstes arbeiten viele von Ihnen an der Belastungsgrenze. Viele Stellen bleiben unbesetzt, nicht weil sie nicht gebraucht werden, sondern weil es an Bewerber*innen fehlt und die Rahmenbedingungen unattraktiver werden. Ich will langfristige Politik machen, die den öffentlichen Dienst als Zukunftsinvestition begreift, um Antworten auf die reale Arbeitswelt des Jahres 2025 zu finden.
Für uns Grüne ist klar: Der öffentliche Dienst ist kein Sparschwein, das man nach Kassenlage schlachtet. Er ist das demokratische Rückgrat dieses Landes. Wer hier kürzt oder verschlechtert, riskiert nicht nur Personal, sondern riskiert Vertrauen.
Deshalb fordern wir die unverzügliche Übertragung der Tarifabschlüsse, eine echte Modernisierung des öffentlichen Dienstes und eine Politik, die faktenbasiert, vorausschauend und respektvoll mit den Beschäftigten umgeht.
Es geht nicht um PR und Schlagzeilen. Für mich geht es um die Funktionsfähigkeit unseres Staates und um die Anerkennung der Menschen, die ihn jeden Tag tragen.

SPD – Arif Taşdelen, MdL
Mitglied des Ausschusses für Fragen des öffentlichen Dienstes
Politik gegen die Beamtenschaft kann Ministerpräsident Söder das Amt kosten.
Die Staatsregierung zeigt mit den Eckpunkten zum neuen Staatshaushalt deutlich, wie wenig Wertschätzung sie unseren Beamtinnen und Beamten entgegenbringt. Statt der zeit- und wirkungsgleichen Übernahme des Tarifabschlusses im öffentlichen Dienst (voraussichtlich im Februar 2026) soll die Anpassung der Beamtenbesoldung um ein halbes Jahr verschoben werden. Das ist ein klarer Vertrauensbruch gegenüber jenen, die Tag für Tag unser demokratisches Gemeinwesen am Laufen halten – in Schulen, bei Polizei und Justiz und allen anderen Dienststellen.
Den Bediensteten wird damit neben den geplanten Einschränkungen bei Familien- und Antragsteilzeit und angekündigtem Stellenabbau ein weiteres ungerechtes Sonderopfer abverlangt. Statt fairer Anerkennung der Leistungen aller Angehörigen des öffentlichen Dienstes macht die Staatsregierung Politik gegen einen Teil der eigenen Verwaltung.
Die SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag steht klar an der Seite der Beamtinnen und Beamten. Sie sollen an der allgemeinen Gehaltsentwicklung gleichberechtigt teilhaben, deshalb muss der Tarifabschluss ohne Abstriche Eingang in das Besoldungsgesetz finden. Bayern braucht motivierte, nicht enttäuschte Staatsdiener.
Ministerpräsident Söder sollte aus der Geschichte lernen: Edmund Stoiber glaubte, er könne nach Zweidrittelmehrheit bei den Landtagswahlen 2003 mit massiven Einschnitten bei der Beamtenschaft – Stichwort 42-Stunden-Woche – den Staatshaushalt entlasten, ohne politisch Schaden zu nehmen. Im Jahr 2007 wurde er von der eigenen Partei, angeführt von Beckstein und Huber, vom Hof gejagt.
Unsere Online-Petition. Beteiligt euch!
Einkommensrunde 2025/2026 TV-L: Faire Einkommen für alle – auch für den Beamtenbereich!
#StehtZuUns
Am 11. November 2025 hat die Bayerische Staatsregierung die Eckpunkte für den Doppelhaushalt 2026/2027 beschlossen. Im Zuge dessen hat Ministerpräsident Söder neben weiteren Sparmaßnahmen im Personalbereich angekündigt, dass eine zeitliche Verschiebung der Übertragung der Ergebnisse der Tarifverhandlungen der Tarifgemeinschaft der Länder auf den Beamtenbereich um 6 Monate geplant ist. Das darf so nicht passieren!
Diese Ankündigung, die erfolgte, bevor die Tarifverhandlungen überhaupt aufgenommen wurden, missbilligen wir mit dieser Petition zutiefst. Wir appellieren an die Abgeordneten des Bayerischen Landtags, sich diesem Vorschlag energisch entgegenzustellen und nicht zuzulassen, dass dieser umgesetzt wird oder sich in negativer Weise auf die Tarifverhandlungen auswirkt.
Sie greift in nicht gerechtfertigter Weise in die Tarifautonomie ein, schwächt den öffentlichen Dienst unzumutbar, indem Sie Motivation dämpft, Nachwuchs abschreckt und die Solidarität unter den Beschäftigtengruppen torpediert. Eine Verschiebung würde einen einzelnen Berufsstand ohne sachlichen Grund von der allgemeinen Einkommensentwicklung abhängen und ließe die Sparbeiträge, die die Beamten bisher erbracht haben, gänzlich außer Acht.
Gerade im Lichte der aktuellen Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (Beschluss vom 17. September 2025, Az. 2/BvL 20/17 u.a.) verlangt das Grundgesetz, dass sich die Besoldung eng an der allgemeinen Einkommensentwicklung, und insbesondere der tariflichen Entwicklung, orientiert. Einsparungen allein aufgrund haushaltspolitischer Erwägungen verbieten sich ohnehin.
Wir fordern: Steht zu uns!
Wir erwarten von den bayerischen Abgeordneten, für eine zeit- und inhaltsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses zu stimmen. Wir bitten sie, die bisherige Linie Bayerns fortzuführen und sich verantwortungsvoll für einen starken öffentlichen Dienst einzusetzen!
An alle Beschäftigten und Unterstützer des öffentlichen Dienstes: Eure Unterschrift für faire und gerechte Einkommen für alle!
Wer vertritt meinen Heimatstimmkreis im Bayerischen Landtag?
Das sind die Abgeordneten mit Direktmandat
| Stimmkreis | Direktmandat | Partei | |
|---|---|---|---|
| 101 | München-Hadern | Eisenreich, Georg | CSU |
| 102 | München-Bogenhausen | Brannekämper, Robert | CSU |
| 103 | München-Giesing | Demirel, Gülseren | Grüne |
| 104 | München-Milbertshofen | Schulze, Katharina | Grüne |
| 105 | München-Moosach | Dietrich, Dr. Alexander | CSU |
| 106 | München-Pasing | Schmid, Josef | CSU |
| 107 | München-Ramersdorf | Blume, Markus | CSU |
| 108 | München-Schwabing | Hierneis, Christian | Grüne |
| 109 | München-Mitte | Hartmann, Ludwig | Grüne |
| 110 | Altötting | Huber, Martin | CSU |
| 111 | Bad Tölz-Wolfratshausen, GAP | Holz, Thomas | CSU |
| 112 | Berchtesgadener Land | Kaniber, Michaela | CSU |
| 113 | Dachau | Seidenath, Bernhard | CSU |
| 114 | Ebersberg | Huber, Thomas | CSU |
| 115 | Eichstätt | Schorer-Dremel, Tanja | CSU |
| 116 | Erding | Scharf, Ulrike | CSU |
| 117 | Freising | Herrmann, Dr. Florian | CSU |
| 118 | Fürstenfeldbruck-Ost | Miskowitsch, Benjamin | CSU |
| 119 | Ingolstadt | Grob, Alfred | CSU |
| 120 | Landsberg am Lech, FFB-West | Dorow, Alex | CSU |
| 121 | Miesbach | Aigner, Ilse | CSU |
| 122 | Mühldorf a.Inn | Schnürer, Sascha | CSU |
| 123 | München-Land-Nord | Böltl, Maximilian | CSU |
| 124 | München-Land-Süd | Schreyer, Kerstin | CSU |
| 125 | Neuburg-Schrobenhausen | Weigert, Roland | FW |
| 126 | Pfaffenhofen a.d.Ilm | Straub, Karl | CSU |
| 127 | Rosenheim-Ost | Artmann, Daniel | CSU |
| 128 | Rosenheim-West | Friesinger, Sebastian | CSU |
| 129 | Starnberg | Eiling-Hütig, Dr. Ute | CSU |
| 130 | Traunstein | Baur, Konrad | CSU |
| 131 | Weilheim-Schongau | Kühn, Harald | CSU |
| 201 | Deggendorf | Bernreiter, Christian | CSU |
| 202 | Dingolfing | Loibl, Dr. Petra | CSU |
| 203 | Kelheim | Högl, Petra | CSU |
| 204 | Landshut | Aiwanger, Hubert | FW |
| 205 | Passau-Ost | Heisl, Josef | CSU |
| 206 | Passau-West | Meyer, Stefan | CSU |
| 207 | Regen, Freyung-Grafenau | Ebner, Dr. Stefan | CSU |
| 208 | Rottal-Inn | Wagle, Martin | CSU |
| 209 | Straubing | Zellmeier, Josef | CSU |
| 301 | Amberg-Sulzbach | Schwartz, Dr. Harald | CSU |
| 302 | Cham | Hopp, Dr. Gerhard | CSU |
| 303 | Neumarkt i.d.OPf. | Füracker, Albert | CSU |
| 304 | Regensburg-Land | Grossmann, Patrick | CSU |
| 305 | Regensburg-Stadt | Eberwein, Jürgen | CSU |
| 306 | Schwandorf | Flierl, Alexander | CSU |
| 307 | Tirschenreuth | Reiß, Tobias | CSU |
| 308 | Weiden i.d.OPf. | Oetzinger, Dr. Stephan | CSU |
| 401 | Bamberg-Land | Dremel, Holger | CSU |
| 402 | Bamberg-Stadt | Huml, Melanie | CSU |
| 403 | Bayreuth | Dierl, Franc | CSU |
| 404 | Coburg | Mittag, Martin | CSU |
| 405 | Forchheim | Hofmann, Michael | CSU |
| 406 | Hof | Freiherr von Waldenfels, Kristan | CSU |
| 407 | Kronach, Lichtenfels | Baumgärtner, Jürgen | CSU |
| 408 | Wunsiedel, Kulmbach | Schöffel, Martin | CSU |
| 501 | Nürnberg-Nord | Pirner, Thomas | CSU |
| 502 | Nürnberg-Ost | Söder, Dr. Markus | CSU |
| 503 | Nürnberg-Süd | Freller, Karl | CSU |
| 504 | Nürnberg-West | Kohler, Jochen | CSU |
| 505 | Ansbach-Nord | Schalk, Andreas | CSU |
| 506 | Ansbach-Süd, Weißenburg-Gunzenhausen | Schnotz, Helmut | CSU |
| 507 | Erlangen-Höchstadt | Nussel, Walter | CSU |
| 508 | Erlangen-Stadt | Herrmann, Joachim | CSU |
| 509 | Fürth | Guttenberger, Petra | CSU |
| 510 | Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim, FÜ-Land | Stieglitz, Werner | CSU |
| 511 | Nürnberger Land | Dünkel, Norbert | CSU |
| 512 | Roth | Bauer, Volker | CSU |
| 601 | Aschaffenburg-Ost | Gerlach, Judith | CSU |
| 602 | Aschaffenburg-West | Bausback, Prof. Dr. Winfried | CSU |
| 603 | Bad Kissingen | Kirchner, Sandro | CSU |
| 604 | Haßberge, Rhön-Grabfeld | Vogel, Steffen | CSU |
| 605 | Kitzingen | Becker, Barbara | CSU |
| 606 | Main-Spessart | Schwab, Thorsten | CSU |
| 607 | Miltenberg | Stock, Martin | CSU |
| 608 | Schweinfurt | Gießübel, Martina | CSU |
| 609 | Würzburg-Land | Jungbauer, Björn | CSU |
| 610 | Würzburg-Stadt | Behr, Dr. Andrea | CSU |
| 701 | Augsburg-Stadt-Ost | Jäckel, Andreas | CSU |
| 702 | Augsburg-Stadt-West | Dietz, Leo | CSU |
| 703 | Aichach-Friedberg | Tomaschko, Peter | CSU |
| 704 | Augsburg-Land, Dillingen | Knoll, Manuel | CSU |
| 705 | Augsburg-Land-Süd | Trautner, Carolina | CSU |
| 706 | Donau-Ries | Fackler, Wolfgang | CSU |
| 707 | Günzburg | Schack, Jenny | CSU |
| 708 | Kaufbeuren | Wachler, Peter | CSU |
| 709 | Kempten, Oberallgäu | Konrad, Joachim | CSU |
| 710 | Lindau, Sonthofen | Beißwenger, Eric | CSU |
| 711 | Marktoberdorf | Kaufmann, Andreas | CSU |
| 712 | Memmingen | Holetschek, Klaus | CSU |
| 713 | Neu-Ulm | Freudenberger, Thorsten | CSU |
Kommentar Rainer Nachtigall
Vorsitzender des BBB
Ich halte es für ein Gebot der Gerechtigkeit, alle Kolleginnen und Kollegen gleichermaßen an der allgemeinen Einkommensentwicklung teilhaben zu lassen. Wie grundlegend das ist, hat gerade erst wieder das Bundesverfassungsgericht betont. Die von Ministerpräsident Söder angekündigte verzögerte Übertragung des (noch zu findenden) Tarifergebnisses, lässt sein Bekenntnis zum Berufsbeamtentum verblassen. Und auch die aktuelle Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts verlangt, diese Absichten nochmal zu überdenken. Dabei hätte der öffentliche Dienst, gerade in den aktuell herausfordernden Zeiten Rückhalt verdient – insbesondere aus den Reihen der Politik, deren Entscheidungen hier tagtäglich umgesetzt werden.
Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes setzen tagtäglich die Vorgaben der Politik um und durch! Sie beweisen damit ihre Loyalität. Loyalität ist aber keine Einbahnstraße!
So aber gibt Bayern seine Vorrangfunktion im Bereich des öffentlichen Dienstes auf und stellt sich auf eine Stufe mit den Ländern, die ihn als reines Sparpotential ansehen.
Stattdessen vermittelt man beiden Beschäftigtengruppen – Angestellten und Beamten – dass eine faire Bezahlung keine herausragende Relevanz hat? Nicht anders ist diese Ankündigung zu verstehen, die veröffentlicht wurde, noch bevor überhaupt eine Forderung der Gewerkschaften auf dem Tisch lag. Ein No-Go, dass dem Stellenwert, den der öffentliche Dienst im Staatsgefüge einnimmt, in keiner Weise gerecht wird.
Das ist ein plumper Versuch, auf die Tarifverhandlungen einzuwirken und den Zusammenhalt der Beschäftigtengruppen zu spalten.
Lassen Sie uns ein Zeichen setzen, dass dieser Zusammenhalt trotzdem besteht!
Der BBB hat eine Online-Petition ins Leben gerufen (vgl. Link nach der Einleitung bzw. QR-Code in den gedruckten Nachrichten auf Seite 16). Zeigen Sie mit uns gemeinsam, dass die Beschäftigten sich gemeinsam diesen Absichten entgegenstellen.
Beteiligen Sie sich an unseren Aktionen zu den Tarifverhandlungen!
Wir stehen Seite an Seite, unabhängig vom jeweiligen Beschäftigungsstatus für ein faires Tarifergebnis ein, das zeitgleich und inhaltsgleich auf den Beamtenbereich zu übertragen ist.
Geben Sie der Politik zu verstehen, wie wichtig unser Anliegen ist!
Bei öffentlichen Veranstaltungen, im Rahmen von Diskussionen bei Ihnen vor Ort, aber auch gegenüber ihrem Stimmkreisabgeordneten: machen Sie deutlich, was Sie von den Absichten der Staatsregierung halten!