Bund

Beschäftigte fühlen sich von Bürokratie ausgebremst

Das „Fach- und Führungskräfte-Barometer 2025“ der dbb akademie zeigt: Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst sind bereit für ­echten Wandel. Die Strukturen allerdings nicht. „Die Unzufriedenheit in weiten Teilen des öffentlichen Dienstes ist ein Warnsignal, das die Politik nicht länger überhören darf“, sagte der dbb Bundesvorsitzen­de Volker Geyer. „Die Kolleginnen und Kollegen erleben Tag für Tag, dass sie trotz hoher Verantwortung und großem Engagement in zu engen Strukturen arbeiten. Wer Motivation und Leistungsfähigkeit sichern will, muss endlich für mehr Wertschätzung, Beteiligung und Gestaltungsmöglichkeiten sorgen. Dafür setzen wir uns als dbb mit Nachdruck ein.“

Das „Fach- und Führungskräfte-Barometer 2025“, an dem über 2.800 Beschäftigte aus allen Bereichen des öffentlichen Dienstes teil­­genommen haben, zeichnet ein deutliches Bild der aktuellen Stimmungslage. Basis der Untersuchung ist der sogenannte Net ­Promoter Score (NPS), der auf einer Skala von −100 bis +100 misst, wie positiv oder negativ die Befragten ihre Situation bewerten. ­Negative Werte stehen für Unzufriedenheit oder Ablehnung, ­positive Werte für Zustimmung. Die Ergebnisse zeigen: Die all­ge­meine Arbeitszufriedenheit liegt sowohl bei Fachkräften (NPS −37) als auch bei Führungskräften (−26) im negativen Bereich, der Wert zur wahrgenommenen Wertschätzung fällt sogar noch schlechter aus (−49 bei den Fach- und bei −39 bei den Führungskräften). Gleichzeitig zeigen die Befragten hohe Veränderungs­bereitschaft und ein starkes Interesse an Weiterbildung (NPS +54). Geyer: „Das belegt: Der Wille zur Modernisierung ist vorhanden – aber die Rahmenbedingungen und Strukturen stimmen oft nicht. Die Beschäftigten haben längst gezeigt, dass sie bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Jetzt muss Politik die Voraussetzungen schaffen, damit sie es auch können – durch weniger Bürokratie, mehr Gestaltungsspielräume und gezielte Investitionen in Weiter­bildung und Digitalisierung.“