
Junge Kräfte brauchen echte Perspektive – Demokratie, Zusammenhalt und faire Bezahlung
Als Jugendorganisation im öffentlichen Dienst im Freistaat Bayern wissen wir: Der Staat lebt von denen, die ihn am Laufen halten — von den jungen Kolleginnen und Kollegen in Ämtern, Schulen, Behörden und Verwaltungen. Gerade deshalb ist jetzt Zusammenhalt gefragt. Demokratie heißt nicht nur Mitbestimmung - Demokratie lebt vom Respekt für diejenigen, die sie täglich praktisch umsetzen.
Die anstehende Einkommensrunde TV-L bringt uns in eine entscheidende Phase: Mit einem klaren Ziel - 7 Prozent mehr Einkommen, mindestens 300 Euro pro Monat; für Auszubildende 200 Euro pro Monat - gehen wir als Gewerkschaften in die Verhandlungen. Für junge Beschäftigte heißt das: echte Wertschätzung, planbare Zukunft und deutlich mehr Sicherheit nach Ausbildung oder Studium.
Denn tatsächlich: Die letzten Jahre haben gezeigt, wie fragil öffentliche Dienstleistungen sind - Personalmangel, Überlastung, knappe Ressourcen. Viele junge Kolleginnen und Kollegen stehen am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn und fragen sich, wie sie ihr Leben gestalten sollen - in einer Demokratie, die stabile Perspektiven bieten muss. Der öffentliche Dienst kann und muss hier mehr sein als ein sicherer Job: Er muss ein attraktiver Arbeitgeber bleiben.
Gleichzeitig geht es um mehr als Gehalt: Es geht um Gemeinschaft. Ein funktionierender öffentlicher Dienst lebt vom Zusammenhalt zwischen Jung und Alt, von Tarif- und Beamtenbereich, von Kolleginnen und Kollegen mit verschiedenen Biografien. Spaltung - ob durch unterschiedliche Vertragsmodelle, Verzögerungen bei Besoldungsübertragungen oder Ungleichbehandlungen - darf nicht unser Signal sein. Gerade junge Beschäftigte dürfen nicht als Verlierer dastehen, wenn Kompromisse gesucht werden.
Deshalb appelliere ich: Es geht um Verantwortung - für Demokratie, für die Gesellschaft, für uns selbst. Zeigen wir, dass wir zusammenstehen: Junge Menschen im öffentlichen Dienst - Tarifbeschäftigte und Beamte - von Bayern bis Berlin. Fordern wir faire Einkommen - und echte Wertschätzung. Nur so bleibt der öffentliche Dienst attraktiv - und nur so sichern wir die Zukunft unseres Staates.
Denn am Ende zählt: Ein starker Staat braucht starke, motivierte Menschen - und junge Beschäftigte mit Perspektive sollten dazugehören.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern besinnliche Feiertage und einen guten Rutsch in das neue Jahr 2026 - dem Jubiläumsjahr der dbb jugend bayern.
Ihr/Euer
Alexander Seeger
Vorsitzender dbb jugend bayern