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Europaseminar Tirana

In zwei Gruppen unternahmen junge Gewerkschaftsmitglieder aus ganz Bayern eine spannende und aufschlussreiche Reise nach Tirana, der Hauptstadt Albaniens. Ziel war es, das Land aus einer politischen, kulturellen und historischen Perspektive kennenzulernen und einen Einblick in die aktuellen Bemühungen Albaniens auf dem Weg in die Europäische Union zu gewinnen.

Einer der ersten Programmpunkt führte uns zum Goethe-Zentrum in Tirana. Hier wurde deutlich, wie Deutschland durch Sprache und Kultur Brücken baut. Das Goethe-Zentrum setzt sich aktiv dafür ein, Vorurteile abzubauen und ein authentisches Bild von Deutschland zu vermitteln. Es ist ein Ort des Austauschs, an dem interkulturelle Begegnung lebendig und die Verbindung zwischen den beiden Ländern gestärkt wird. Besonders beeindruckend war die offene Atmosphäre, die den Dialog förderte und die Bedeutung kultureller Verständigung unterstrich.

Ein weiterer wichtiger Programmpunkt war der Besuch bei der Deutschen Botschaft. Hier trafen wir auf den stv. Botschafter Thilo Schroeter, der uns Einblicke in die aktuelle politische Lage Albaniens gaben. Er berichtete, das Land sei nach der kommunistischen Herrschaft bis 1991 heute europabegeistert, viele Albaner träumten von einem Beitritt zur Europäischen Union. Seit 2022 laufen die Beitrittsverhandlungen, was einen bedeutenden Schritt in der europäischen Integration darstellt. Allerdings ist die Situation herausfordernd: Vor allem Korruption war immer ein großes Hindernis in Albanien, dass nun aber konsequent von der Regierung bekämpft wird. Die Botschafter betonten die Fortschritte Albaniens, aber auch die Notwendigkeit weiterer Anstrengungen, um die Kriterien für den EU-Beitritt zu erfüllen.

Im Rahmen von Besuchen bei der Konrad-Adenauer-Stiftung und in verschiedenen Museen wurde die politische Entwicklung Albaniens und auch die bewegte Vergangenheit weiter beleuchtet. Das Land hat in den letzten Jahrzehnten einen tiefgreifenden Wandel durchlaufen. Nach dem Ende des Kommunismus begann eine Phase der Transformation, die von politischen Reformen, wirtschaftlichem Aufschwung und dem Streben nach europäischer Integration geprägt ist. Trotz aller Herausforderungen zeigt Albanien eine bemerkenswerte Bereitschaft und Willen, sich den europäischen Werten anzupassen und die Demokratie zu festigen.

Neben den politischen Einblicken bietet Tirana auch eine reiche Kultur, die es zu entdecken gilt. Die Stadt vereint moderne Architektur mit historischen Sehenswürdigkeiten, wie der Et’hem-Bey-Moschee, dem Skanderbeg-Platz und dem Nationalmuseum. Die lebendige Kunstszene, die bunten Märkte und die herzliche Gastfreundschaft der Menschen machen Tirana zu einem faszinierenden Ort, der Geschichte und Gegenwart auf einzigartige Weise verbindet.

Insgesamt war diese Bildungsreise eine bereichernde Erfahrung. Sie zeigte die komplexen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen Albaniens auf, gab Einblicke in die europäische Perspektive des Landes und öffnete den Blick für die kulturelle Vielfalt und das Potenzial dieses faszinierenden Landes. Albanien befindet sich auf einem spannenden Weg, der geprägt ist von Herausforderungen, aber auch von Hoffnung und dem Wunsch nach einer besseren Zukunft in Europa.